BLOG

Coronavirus Empfehlungen für die Zahnarztpraxis
24.03.2020

Coronavirus Empfehlungen für die Zahnarztpraxis

Der folgende Artikel basiert auf dem Paper “Coronavirus Disease 2019 (COVID-19): Emerging and Future Challenges for Dental and Oral Medicine”, das am 12. März 2020 von den Forschern der Wuhan University School and Hospital of Stomatology veröffentlicht wurde.

Die Epidemie der Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19), mit Ursprung in Wuhan, China hat sich zu einer großen Herausforderung für die öffentliche Gesundheit nicht nur in China, sondern auch in anderen Ländern der Welt entwickelt. Am 11. März 2020 erklärte die WHO COVID-19 zu einer Pandemie und wies auf “alarmierende Werte” in Bezug auf Verbreitung und Schwere hin und bestätigte, dass es sich um eine erste durch ein Coronavirus verursachte Pandemie handelt. Aufgrund der Eigenschaften der zahnärztlichen Einrichtungen sowie der Übertragungswege des Virus kann das Risiko einer Kreuzkontamination zwischen Patienten und Zahnärzten hoch sein. Für Zahnarztpraxen und Krankenhäuser in Gebieten, die (potenziell) von COVID-19 betroffen sind, sind strenge und wirksame Protokolle zur Infektionskontrolle dringend erforderlich.

Was ist das Coronavirus und wie wirkt es sich auf zahnärztliche Eingriffe aus ?

Laut WHO “ist die Coronavirus-Krankheit (COVID-19) eine Infektionskrankheit, die durch das neue Coronavirus verursacht wird. Das COVID-19-Virus verbreitet sich hauptsächlich durch Speicheltröpfchen oder Ausfluss aus der Nase, wenn eine infizierte Person hustet oder niest”. Aufgrund der einzigartigen Merkmale der zahnärztlichen Verfahren sind die in der täglichen Praxis angewandten Standard-Schutzmaßnahmen nicht wirksam genug, um die Verbreitung von COVID-19 zu verhindern, insbesondere bei Patienten, die sich nicht bewusst sind, dass sie infiziert sind, oder bei solchen, die ihre Erkrankung nicht offenlegen.

Protokolle zur Infektionskontrolle

coronavirus dental treatment

Da das Virus auf Oberflächen je nach Art der Oberfläche, der Temperatur oder der Feuchtigkeit der Umgebung einige Stunden oder bis zu mehreren Tagen überleben kann, ist eine gründliche Desinfektion aller Oberflächen in der Zahnklinik von entscheidender Bedeutung. Parallel zur Einhaltung der guten Handhygiene wird empfohlen, persönliche Schutzausrüstung wie Masken, Handschuhe, Kittel und Schutzbrillen oder Gesichtsschutz zu verwenden, die Haut und Schleimhaut vor infiziertem Blut der Sekret schützen können.

Empfehlungen für die Zahnarztpraxis

Auf der Grundlage von Erfahrungen und relevanten Richtlinien und Forschungsergebnissen haben die Forscher der Wuhan University School and Hospital of Stomatology eine Reihe von Empfehlungen für Zahnärzte und Studenten in (potenziell) betroffenen Gebieten ausgearbeitet. Diese umfassen:

Evaluation der Patienten: Während des Ausbruchs von COVID-19 wird den Zahnkliniken empfohlen, Vorabprüfungen zur Messung und Aufzeichnung der Temperatur jedes Mitarbeiters und Patienten als Routineverfahren einzurichten. In den Gebieten, in denen sich das Virus ausbreitet, sollten unnötige Eingriffe verschoben werden.

Orale Untersuchung: Alle Verfahren, die wahrscheinlich Husten oder übermäßige Speichelabsonderung hervorrufen, sollten vermieden oder mit Vorsicht durchgeführt werden. “Die intraorale Röntgenuntersuchung ist die häufigste Röntgentechnik in der zahnärztlichen Praxis; sie kann jedoch die Speichelsekretion und den Husten anregen (Vandenberghe et al. 2010). Daher sind extraorale zahnärztliche Röntgenaufnahmen, wie z.B. Panorama-Röntgen und Kegelstrahl-CT, geeignete Alternativen während des Ausbruchs von COVID-19.”

Behandlung von Notfällen: Zahnärztliche Notfälle können auftreten und sich schnell verschlechtern und eine sofortige Behandlung erfordern. Kofferdam und großvolumige Speichelsauger können dazu beitragen, Aerosole oder Spritzer bei zahnärztlichen Eingriffen zu minimieren. Wenn der Zahn extrahiert werden muss, ist resorbierbares Nahtmaterial vorzuziehen. Eine präoperative antimikrobielle Mundspülung könnte die Anzahl der Mikroben in der Mundhöhle reduzieren.

Empfehlungen für die zahnärztliche Ausbildung: Um eine unnötige Exposition gegenüber dem Virus zu vermeiden, schlagen die Forscher vor, sich für Online-Kurse, Webinare und problemorientierte Lernprogramme zu entscheiden.

“Für Zahnarztpraxen und Krankenhäuser in Ländern und Regionen, die (potenziell) von COVID-19 betroffen sind, sind strenge und wirksame Protokolle zur Infektionskontrolle dringend erforderlich”, gemäss Prof. Zhuan Bian und Koautoren. “Zahnärzte sollten strenge persönliche Schutzmaßnahmen ergreifen und Operationen, bei denen Tröpfchen oder Aerosole entstehen können, vermeiden oder auf ein Minimum reduzieren. Die vierhändige Technik ist vorteilhaft für die Infektionskontrolle. Die Verwendung von Speichelziehern mit geringem oder hohem Volumen kann die Produktion von Tröpfchen und Aerosolen reduzieren.”